Stabilität . Freiheit . Sicherheit

5. Oktober 2020

Sehr geehrter Herr Bischof, lieber Herr Kohlgraf,

die Absicht des Bistums Mainz, sich aus der Trägerschaft der Liebfrauenschule Bensheim zurückzuziehen, habe ich mit großer Überraschung zur Kenntnis genommen. Eine derartige Entscheidung lag bislang jenseits meiner Vorstellungskraft.

Die Liebfrauenschule mit ihrem exzellenten Ruf ist eine Institution in Bensheim und in der Bergsträßer Schullandschaft. Als katholisches Mädchengymnasium mit Realschulzweig, in dem eine umfassende, werteorientierte Bildung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes vermittelt wird, verfügt die Schule in der Region über ein Alleinstellungsmerkmal. Damit trägt sie zugleich zur großartigen Vielfalt an Schulen im südlichen Hessen bei. Bei allem Verständnis für notwendige Sparmaßnahmen vor dem Hintergrund zurückgehen­der Kirchensteuereinnahmen habe ich erhebliche Zweifel, ob mit dem gewählten Schritt an der richtigen Stelle gespart wird. Nirgendwo sonst, als über die Institution Schule, hat das Bistum so sehr die Chance, über eine längere Zeit mit der jungen Generation in Verbindung zu stehen und diese für die Kirche und das christliche Werteverständnis zu begeistern.

Hinzu kommt außerdem die enorme Hebelwirkung des finanziellen Engagements der Kirche. So erhält das Bistum Mainz vom Staat für jede Schülerin der Liebfrauenschule 85 Prozent der durchschnittlichen Schülerkosten an öffentlichen Schulen – abzüglich bereinigter kommunaler Aufwendungen. Dies bedeutet, das Bistum bekommt für einen relativ geringen Einsatz von eigenen Mitteln einen hohen Zuschuss bzw. hohen Return.

Sehr geehrter Herr Bischof, ich bitte Sie ganz herzlich, den getroffenen Entschluss, die Trägerschaft der Liebfrauenschule Bensheim nicht fortführen zu wollen, nochmals zu überdenken. Die Bistumsträgerschaft hat sich vorliegend mehr als bewährt.

Sollte das Bistum Mainz gleichwohl bei seiner Entscheidung bleiben, so bitte ich darum, dass seitens des Bistums in entsprechenden Gesprächen mit zuständigen Akteuren und weiteren Beteiligten alles dafür getan wird, dass die Liebfrauenschule am bisherigen Ort unter neuer Trägerschaft weiterbestehen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Michael Meister, MdB

 

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