Stabilität . Freiheit . Sicherheit

Fürth, 10.05.2021 -  Wie wirkt sich die Pandemie bei einem mittelständischen Unternehmen aus, wollte der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister von der Geschäftsführerin Heike Göhlich bei seinem Besuch der Firma Fakolith Farben GmbH wissen. Begleitet wurde er von Bürgermeister Volker Oehlenschläger, der sich gerne mit Fürther Unternehmer trifft, um sein Interesse an Firmen seiner Stadt zu zeigen. Heike Göhlich, Co-Geschäftsführerin, erklärte zunächst, dass der Vater des weiteren Geschäftsführers Uwe Farenkopf die Firma vor über 60 Jahren in Frankfurt gegründet habe. Als Fürther habe er die Firma 1967 an den jetzigen Standort verlegt. Ihre Firma habe sich seinerzeit auf die Bereiche Schimmelsanierung und Bautenschutz spezialisiert. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach hochwertigen Beschichtungen für Reinräume und Produktionsräume in der Lebensmittelindustrie, wurde seit Beginn der 90er Jahre mit der Produktgruppe „Hygienebeschichtungen“ ein zusätzliches Standbein etabliert. Über die Teilnahme an internationalen Forschungsprojekten wurden Beschichtungen entwickelt, die sowohl nach europäischen, aber auch US-amerikanischen Standard für den Direktkontakt mit Lebensmitteln zertifiziert sind. Ihre Kunden sind vorwiegend der Farbengroßhandel und die Industrie. Überwiegend ist Fakolith heute in Europa tätig, habe aber auch Kunden in Asien und lateinamerikanischen Ländern.

Die Pandemie betreffe die Firma finanziell nur in geringem Maße. Allerdings ist es bereits vereinzelt zu Engpässen in der Rohstoffversorgung gekommen und sie befürchte, dass dieser Umstand in den kommenden Monaten weiter anhält. Daher habe man den Rohstoffbestand seit Beginn des Jahres deutlich erhöht. So könne sichergestellt werden, dass auch beim Eintritt von nicht planbaren Umständen, wie z.B. die „Sperrung“ des Suezkanals, die Produktion weiterlaufen kann. Der seit Ende 2020 in der Branche anhaltende deutliche Preisanstieg im Rohstoffbereich, wird sich allerdings auch auf die Verbraucherpreise auswirken.

Als man 1992 in Fürth die Produktions- und Forschungsflächen erweitern wollte, habe die damalige Rot-Grüne Regierung in Hessen dies verhindert. Farenkopf hat heute noch keinerlei Verständnis dafür, dass man die Erweiterung trotz Unterstützung der Gemeinde Fürth mit der Begründung abgelehnt habe, „jeder verhinderte Bau ist ein Gewinn für die Umwelt“, ohne dies weiter auszuführen und im Einzelnen näher zu prüfen. Daher ist Fakolith mit der Produktion und Forschung nach Spanien gegangen. In diesem Werk in Spanien arbeiten 19 Mitarbeiter, in Fürth, sind es aktuell 12. Göhlich erklärte, dass die Firma diesen Schritt nicht bereut habe. In Spanien produzieren, forschen und entwickeln wir unsere Produkte, während wir uns in Deutschland auf den Vertrieb und die nachgelagerte Qualitätssicherung konzentrieren. Von der spanischen Regierung wurden wir bei der Firmengründung und dem Bau des Fabrikgebäudes in Alicante gefördert und unterstützt.

Beide Standorte sind im Verbund vom TÜV Rheinland nach dem Qualitätsmanagement-Standard DIN EN ISO 9001-2015 zertifiziert. Weitere regelmäßige Kontrollen durch staatliche Behörden finden insbesondere in dem spanischen Werk statt, wo die „lebensmittelechten“ Hygienebeschichtungen unter Reinraum-Bedingungen produziert werden.

Fakolith plant nunmehr am Fürther Standort wieder einen Teil der Forschung anzusiedeln bzw. zu erweitern, weshalb man anbauen will. Hilfreich ist hierbei auch die Regelung, dass Personal, welches in der Forschung tätig ist, steuerlich geltend gemacht werden kann.

So sieht sich die Firma, wie Farenkopf und Göhlich abschließend auf Nachfrage von Meister und Oehlenschläger erklärten, auch für die Zukunft gut aufgestellt. Ein Manko ist allerdings der zunehmende Fachkräftemangel bei den verarbeitenden Firmen. Es fehlt dem Malerhandwerk an Nachwuchs.

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